Krebs - Krankenkasse- MDK

Diagnose Krebs – meine Krankenkasse – MDK

Patientenwohlgefühl – Transparenz nicht vorhanden

Vor 2 Jahren erhielt ich die Diagnose Brustkrebs und werde seit dem von einem hervorragenden Ärzteteam der Gynäkologie und Brustzentrum und der ambulanten Onkologie der Charite betreut. Mich hat es mit einer aggressiven Form des Tumors erwischt. 2 Jahre habe ich wöchentlich Chemotherapie bekommen. Die leitliniengerecht angewandten Chemotherapien haben nicht den erhofften Erfolg gebracht. In den Tumorkonferenzen des Brustzentrum und der Molekularen Tumorkonferenz sprechen sich alle Ärzte für ein Medikament zur weiteren Behandlung aus.

Für dieses Medikament liegt noch keine kassenärztliche Zulassung vor. In solchen Fällen ist ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse zu stellen. Es wurde am 3.1.2019 ein Eilantrag an meine Krankenkasse gestellt. Dem Antrag war eine sehr ausführliche Beschreibung meines Tumor, dem bisherigen Behandlungsablauf und die Begründung für dieses Medikament beigefügt.

Mit Schreiben vom 10.1.2019 teilte mir die Krankenkasse mit, dass der Antrag zur Beurteilung an den MDK weitergeleitet wurde. Wenn das Gutachten vorliegt und nach abschließender Klärung wird die Krankenkasse spätestens bis zum 07.02.2019 über den Antrag entscheiden.

Backpfeife für meine behandelnden Ärzte und mich

Am 08.02.2019 erhielt ich dann die Ablehnung der Kostenübernahme und das Gutachten einer Gynäkologin - Schwerpunkt Geburtenhilfe - im Auftrag des MDK vom 05.02.2019. Das Anschreiben meiner Krankenkasse grottig. Nach diesem Schreiben reagiere ich sehr allergisch bei dem Wort "Gerne"

Die anderen Stilblüten in diesem Schreiben.... wer suchet, der findet.

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Tiefschlag für meine behandelnden Ärzte und mich

Die Gutachterin hat nach Aktenlage und Standard 2 Medikamente zur weiteren Behandlung vorgeschlagen. 1. Medikament – wirksam, wenn dieses im 2. Zyklus gegeben wird. Häääää?

Aus dem beigefügten Behandlungsablauf meines Antrages ist aber so was von eindeutig erkennbar, dass ich im 7. Behandlungszyklus bin.

Beim 2. Medikament (vor 30 Jahren zugelassen) nach heutigen Erkenntnisstand medizinisch nachweisbar für meine Erkrankung unwirksam. Ich verstehe es nicht. Nach welche Priorität wurde hier begutachtet, meine Erkrankung oder Kosten?

Was die Gutachterin erkannt hat, das für mich dringende Medikament steht kurz vor der Zulassung.

08.02.2019

Widerspruch mit großer Unterstützung der Ärzte. Noch einmal sämtliche Untersuchungsergebnisse und Begründung dem Widerspruch beigefügt und an die Krankenkasse geschickt.

13.02.2019

laut Rückschein Eingang des Widerspruch bei meiner Krankenkasse

14.02.2019

laut Rückschein Eingang einer weiteren Anlage für den Widerspruch

23.02.2019

Schreiben der Krankenkasse vom 21.02.2019

Mitteilung - mein EIL Antrag vom 3.1.2019 zur Beurteilung an den MDK weitergeleitet ?????????

"Sobald das Gutachten des MDK vorliegt und der Sachverhalt abschließend geklärt ist, werden wir über Ihren Widerspruch entscheiden . Danke für Ihre Geduld."

Geduld ????? bei einer Diagnose: lebensbedrohlicher Tumor

Gesetzliche Fristen????????

28.02.2019

Das Medikament ist von der European Medicines Agency (EMA) zugelassen. Alles sehr kompliziert!

Bedeutet, dass vielleicht im Juni das Medikament in Deutschland kassenärztlich aufgenommen ist. Übersetzt - das Medikament kann verschrieben werden ohne Antrag auf Kostenübernahme- normal auf Rezept.

13.3.2019

Anruf bei meiner Krankenkasse - Luft gemacht. Mail angefordert zum Stand der Kostenübernahme

2 Jahre wöchentliche Chemotherapien, mehrere Erkrankungen durch mein geschwächtes Immunsystem – Herpes in Augen und Nase, Erkältungen, Nervenstörungen in Händen und Füßen …

Dann diese Gangart der Krankenkasse und dem MDK - das ist also unter beste Patientenversorgung zu verstehen?

13.3.2019 16.15 Uhr

per Mail von der Krankenkasse folgende Informationen:

21.02.2019 Weiterleitung zum Widerspruchsgutachten an den MDK

01.03.2019 Mitteilung des MDK an die Krankenkasse, dass die Fallunterlagen innerhalb des MDK an ein spezielles Kompetenz-Centrum geschickt wurden ???????????

Mitteilung des MDK - Fall soll am 27.3.2019 vom MDK erledigt sein, dann soll ich kurzfristig

eine Nachricht erhalten.

Ist das ein gesundheitsschädigendes Zeitspiel?

Ohne die Unterstützungen meiner behandelnden Ärzte vor Ort, der Ärzte vom Brustzentrum der Charite, meiner wunderbaren Familie, der OBS Familie und den lieben Freunden, Nachbarn und den Schwestern der ambulanten Onkologie Charite Mitte würde ich diesen "Wahnsinn" nicht überstehen. Es sind inzwischen viele Tränen geflossen, schlaflose Nächte, wie geht es weiter, warum wird mit kranken Menschen so umgegangen? Menschenwürde?

Fortsetzung folgt!